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ballad in Blood

CHquer AMquer zombi2quer

Il giorno dopo...

(Italien 2016)

Regie: Ruggero Deodato

Drehbuch: Ruggero Deodato, Jacopo Mazzuoli, Angelo Orlando

Musik: Claudio Simonetti

Darsteller: Roger Garth, Ernesto Mahieux, Carlotta Morelli

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„Can you please stop fucking, I have glass in my foot!“

Zuerst einmal die guten Nachrichten:

Das mir vorliegende Mediabook von Wicked-Vision sieht toll aus und fühlt sich wertig an. Auf dem Hochglanz-Cover (Motiv C – limitiert auf 222 Stück) strahlt uns eine blutverschmierte und dürftig bekleidete dunkelhaarige Dame an. Auch die Rückseite ist ansprechend mit blutigen Bildern und nacktem Fleisch verziert und verspricht uns im Text „Eine Geschichte voller Wahnsinn, Gewalt und Sex“.

ballad in blood 001Es handelt sich bei diesem Werk um den ersten Langfilm von Regie-Legende Ruggero Deodato seit dem Jahr 1993, einen Film also, auf dem die Fans des damals bereits 76-jährigen lange gewartet haben. Ein klein wenig bin ich ja auch Fan des untriebigen netten Italieners, den ich Ende der 80er Jahre ja bereits persönlich treffen durfte. Seine freundliche Art, sein durchaus vorhandener Humor und seine Liebe zum Film machen es halt schwer, ihn nicht zu mögen, auch wenn seine Filme zumeist eher kontrovers aufgenommen wurden.

So halte ich zum Beispiel „Mondo Cannibale 2 – der Vogelmensch“ (1977) – trotz seiner heftigen Anleihen bei „A man called horse“ (1970) – für den stärksten Film dieses Untergenres, da er, neben den genretypischen Scheußlichkeiten, tatsächlich so etwas wie ein Herz hat. Und auch wenn ich ihm die Schildkrötenszene in „Cannibal Holocaust“ niemals wirklich verzeihen kann, so muss man zugeben dass es sich bei diesem Film dann eigentlich um das letzte Wort zum Thema Kannibalenfilm handelte, alles was danach kam konnte weder in Sachen Schockfaktor noch in Bezug auf die Aussage mit diesem – wohl kontroversesten Film aller Zeiten – mithalten.

ballad in blood 004Zusätzlich überraschte Deodato auch immer mit anderen kleinen Perlen, sei es die herrlich absurde Fantasyparodie „The Barbarians“ (1987) oder der fiese Home-Invasion-Thriller “La Casa sperduta nel parco“ (auf deutsch „Der Schlitzer“) von 1980. Eines hatten Deodatos Filme – und da nehme ich auch schwächere Werke nicht von aus – immer gemein, visuell waren sie überraschend; der gute Ruggero beherrschte wie kein zweiter italienische Regisseur[1] die Kunst selbst mit hanebüchen geringen Budgets optisch ansprechende Werke zu drehen.

Auch „Ballad in Blood“ sieht toll aus, bietet schöne Kulissen und Drehorte, knackige Farben, schöne Körper und den ein oder anderen interessanten visuellen Einfall.

Die Musik von Ex-Goblin Claudio Simonetti wäre es wert auf Platte gepresst zu werden und beinhaltet – wie üblich – ein tolles Main-Theme und zwei oder drei andere interessante Progrock-Stücke.

Letztlich kann man noch das 24-seitige Booklet von Christoph C. Kellerbach loben, dass sich allerdings auch über 18 dieser Seiten mit der Karriere von Deodato beschäftigt und ebenfalls dann Probleme hat, dem eigentlichen Film etwas positives abzugewinnen, was uns dann auch endlich zum Fleisch der Veröffentlichung bringt.

ballad in blood 005„Ballad in Bood“ basiert auf einem wahren Kriminalfall. Die Austauschstudentin Meredith Kercher wurde am 1. November 2007 in Perugia in der Wohnung ihrer Freunde tot aufgefunden, die eigentliche Aufklärung des Falles, dauerte -aufgrund von Verfahrensfehlern, widersprüchlichen Gutachten und gegebenen und wieder zurückgezogenen Geständnissen - Jahre und war in der italienischen Presse allgegenwärtig.

Der Film beginnt damit, dass der muskulöse und gut aussehende Schwarze Arden (Roger Garth) sich, während er nackt pinkelt, eine Scherbe in den Fuss tritt und analog Peter Griffin jammernd durch die riesige 1 ½-geschossige Wohnung stolpert, die er scheinbar mit zwei anderen Studenten bewohnt. Diese beiden Mitbewohner, Leo (Ernesto Mahieux) und Lenka (Carlotta Morelli) sind gerade dabei sich körperlich zu vereinigen und von der Störung durch den leidenden Arden so genervt, dass sich Leo über die Brüste von Lenka erbricht. Während diese sich nun unter die Dusche stellt (die im übrigen scheinbar direkt nach dem Aufdrehen warmes Wasser produziert, wie meine Tochter beim Sehen erstaunt feststellte) gehen unsere beiden männlichen Helden in die Küche um den schwerstverletzten Arden zu versorgen. Dabei fällt ihnen durch ein Oberlicht eine nackte weibliche Leiche vor die Füsse, die nicht nur ziemlich tot sondern auch offensichtlich nicht eines natürlichen Todes gestorben ist.

ballad in blood 006Geschockt von diesem Fund machen die beiden Jungs erst einmal das Richtige und gehen arbeiten, dass heisst Drogen verkaufen, während Lenka versucht die Leiche in der Badewanne zu ertränken. Dabei von den zurückkehrenden fleissigen Drogenbienchen ertappt, gesteht sie, dass es sich bei der Toten um Elizabeth (Noemi Smorra) eine ihrer Austauschstudentenkommilitoninnen (welch ein  Wort) handelt, die sozusagen die „Straight Edgerin“ der Gruppe war, die sich ansonsten nur mit Ficken, Drogen und Saufen beschäftigt.  Obwohl sich die beiden Jungs weder an den gestrigen Abend, noch an die dralle Tote erinnern können, finden sie schnell deren Laptop in einem Schrank ihrer Wohnung und können anhand der darauf befindlichen Videos einiges rekonstruieren.

Den Rest des Filmes ist unser Trio nun auf der Suche nach dem Killer, was interessanter klingt, als es ist, da außer diesen drei Figuren (und Elizabeth in den Rückblenden/Videos) keine Figur auch nur im Entferntesten charakterisiert wird und es demnach keinerlei potentiellen Übeltäter gibt, der dem Film noch etwas ähnliches wie Suspense hätte hinzufügen können. ballad in blood 012

Sicherlich gibt es einige absurde Figuren, wie zum Beispiel einen kleinwüchsigen Barbesitzer und dessen geschlechtsneutrales Faktotum und etliche Szenen, in denen Silikonbrüste ins Bild wabbeln, aber dank fehlender Dramaturgie, seltsamen Tag/Nachtwechseln und massiv vielen Anschlußfehlern fällt es dem Zuschauer sehr schwer, auch nur den Hauch von Empathie für unsere „Helden“ zu empfinden, die generell schon so unsympatisch sind, dass man ihnen die Pest an den Hals wünscht.

Im ersten Drittel des Filmes gibt es noch ein Cameo von Regisseur Deodato der den, an einen Rollstuhl gefesselten, Austauschstudentengruppenprofessor gibt und von seinen Schülern auf einen Pickup gestellt und aus dem Film gefahren wird, damit diese sich nun ungestört ihren Austauschstudententätigkeiten (Alkohol, Drogen und Sex) widmen können.

ballad in blood 008Das war scheinbar die erste gedrehte Szene, denn den Rest des Filmes über ist nichts mehr von einer führenden Hand zu spüren. Um genau zu sein macht der Film den Eindruck als habe hier ein geiler alter Mann, der den Kontakt zur heutigen Zeit komplett verloren hat, darzustellen versucht wie sich die heutige Jugend verhält und das ist nicht nur unansehnlich, sondern sogar ein wenig traurig.

„Ballad in Blood“ kann man selbst Deodato-Komplettisten nur unter Vorbehalt empfehlen, der Film hat nichts was es wert wäre ihm 94 Minuten Lebenszeit zu opfern und selbst Gorehounds kommen bei den drei etwas blutigeren Szenen nicht auf ihre Kosten.

Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen...

dia

[1] Natürlich muss man Mario Bava, dessen Talent eine eigene Ebene im italienischen Filmgeschäft bildet, hier aussen vor lassen.

 

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